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Guillaume Dufay (1397-1474)

[IMSLP] [Wikipedia] [Aufnahmen]

In der Maîtrise (Singschule) der Kathedrale von Cambrai erhielt er als Kind neben seiner Gesangsausbildung vermutlich auch einen fundierten musikalischen und musiktheoretischen Unterricht.
Vermutlich 1414 verließ Dufay Cambrai und reiste im Gefolge von Kardinal Pierre d’Ailly zum Konzil von Konstanz. Hier dürfte er bedeutende Eindrücke aufgenommen haben. Es schlossen sich Wanderjahre an,die ihn unter anderem nach Chambéry und Lausanne führten. Es war die Zeit der innerkirchlichen Streitigkeiten, von Konzil und Gegenkonzil. Es war die geschickte Taktik Dufays, sich nicht nur aus den innerkirchlichen Streitigkeiten herauszuhalten, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile für sich zu gewinnen. Dufay ist am  27. November 1474 verstorben. Sein materieller Nachlass war erheblich,aber seine große Bedeutung besteht darin, dass er als Erster musikalische Elemente der Kunstmusik aus den Traditionen Frankreichs, der Niederlande, Englands und Italiens miteinander verschmolzen und eine musikalische Sprache geschaffen hat, die für die hohe Kunstmusik in ganz Europa für lange Zeit verbindlich war.
Dufay gilt als der erste „Niederländer“. Gleichzeitig mit Guillaume du Machaut entwickelte er eine revolutionäre Neuerung in der Musik: Die spätmittelalterlichen Melodien wurden erstmals mit einer bewusst eingesetzten Kompositionsmethodik verarbeitet. In der sogenannten „ars nova“ wurden alte gregorianische Melodien kombiniert mit einer Kompositionstechnik („isorhythmische Motette„), Dufay und Machaut stießen so die Tür zur Musik der Renaissance auf.


* Gloria ad modum tubae - IMSLP - Stimmensatz nachfragen
* Vasilissa ergo gaude a 4 (Isorhythmische Motette) - IMSLP - Stimmensatz nachfragen... mehr zu Isorhythmik
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Dieses Werk ist deshalb so bedeutsam, weil es ein exzellentes Beispiel der „isorhythmischen Motette“ blldet.